Weiterbildung

weiterbildung2_w200In einem eintägigen Seminar stellen wir zwei methodische Ansätze musiktherapeutischer Praxis vor.

Musiktherapie und Focusing

Die Methode des Focusing wurde von Eugene Gendlin entwickelt. In dieser Methode wendet man die Aufmerksamkeit dem eigenen Körper zu. Der Körper hat seine eigene Weisheit,mit der er gehört werden möchte. Meist sind wir so sehr auf unser Handeln ausgerichtet, dass uns die Botschaften des Körpers störend oder belästigend erscheinen.

Im Focusing lernen wir, die Körperbotschaften wahrzunehmen und offen zu sein fÜr das, was sich im gegenwärtigen Moment zeigt. Wir nehmen uns Zeit und versuchen, mit dem zu sein, was ist. Es können innere Bilder, Körperreaktionen, Gefühle u.ä. aufsteigen. Die verschiedenen Aspekte in ihrer Gesamtheit lösen ein deutlich wahrnehmbares Körpergefühl aus. Dieses aus dem tieferen Schichten aufsteigende Körpergefühl bezeichnet Gendlin als „felt sense“. Bis hierher hat der Musiktherapeut den Klienten verbal begleitet.

Jetzt verhilft die Frage „Wie klingt das Ganze?“ dazu, im Inneren aus dem „felt sense“ einen Klang wahrzunehmen. Wir gehen dem inneren Klang nach und suchen ein Instrument, welches diesen Klang widerspiegelt und zum Ausdruck bringt. Danach bearbeiten wir den Prozess weiter mit musiktherapeutischen Methoden, können aber immer wieder zum Focusing zurückkehren. Wir werden diese Therapieform durch Fallbeispiele, durch praktische Übungen, Selbsterfahrung, Analyse und Reflexion kennen lernen.

Die Improvisation als Erfahrung lebendiger Polarität: Martin Deuter
Die musikalische Begegnung steht im Zentrum musiktherapeutischer Behandlung. Vor allem in der gemeinsamen Improvisation zeigt es sich, wie die Patienten ihre Welt organisieren und ihre Beziehungen gestalten. Auch nach langjähriger Erfahrung bleibt für Musik -therapeutinnen und Musiktherapeuten die Frage interessant, auf welche Weise aus dem Erleben der Musik Verstehen und Bedeutung erwachsen können. Den Zusammen -hang zwischen den Spielmöglichkeiten in der Musik und unserem Erleben gilt es immer wieder neu zu erforschen.

Mit der Sichtweise der Polaritätsverhältnisse erschliesst sich eine neue und erweiterte Verbindung zwischen dem intuitiven Verständnis und der sprachlichen Benennung der musikalischen Beziehungsfiguren. Die Entwicklungsformen in der Musik können wir als Polaritätsbewegungen auffassen, als sich ergänzende Gegensatzeinheiten. Für unsere therapeutische Praxis ergibt sich aus dieser Sichtweise eine Erweiterung der Wahrnehmungs – und Handlungsmöglichkeiten.

In vielfältigen Spielformen und musikalischen Experimenten lernen wir die Improvisation in neuen Aspekten kennen. Was uns in der Musik als klangliche, melodische und rhythmische Dimensionen begegnet, spiegelt sich in den entsprechenden Beziehungserfahrungen und dem Verlauf, den die Improvisation nimmt. Daraus lassen sich Verbindungen zur jeweiligen musiktherapeutischen Praxis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer knüpfen.
Randi Coray

Musiktherapeutin SFMT in Freier Praxis. Musiktherapieausbildung in Wien (1965 – ‘68). Berufserfahrung in der Psychiatrie, mit Suchtkranken Frauen und mit Geistig Behinderten. Dozentin und Mitarbeiterin im ERM; Lehrmusiktherapeutin, Zertifizierte Focusing- Trainerin, Focusing-Lehrtherapie, Seminare bei Eugene Gendlin u.a.

Dr. sc. mus. Martin Deuter

Musiktherapeut DMtG/SFMT, Psychotherapie HPG. Morphologische Musiktherapie.Klinische Tätigkeit in Psychiatrie und Psychosomatik.Lehrtätigkeit im Masterstudiengang Musiktherapie an der Fachhochschule Frankfurt a.M. und im Masterstudiengang Klinische Musiktherapie an der Zürcher Hochschule der Künste. www.praxisdeuter.ch

Daten: 23. Februar, 14. September, 23. November                                   (kann einzel besucht werden)

Zeit: 10.15 – 17.45

Ort: Wetzikon, Zürcherstrasse 29

Kosten: Fr.190.00 Preisreduktion auf Anfrage